L´Olimpiade

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Eines der Meisterwerke der Opera Seria

Der Ruhm dieser L'Olimpiade war im 18. Jahrhundert unvergleichlich, wie die außergewöhnliche Zahl handschriftlicher Partituren in ganz Europa belegt. Stendhal berichtete 1810, dass mehrere ihrer Arien „in ganz Italien“ auswendig bekannt seien. Mit dem Stabat Mater, das er im folgenden Jahr komponierte, wurde Pergolesis Ruhm endgültig gefestigt. Und was für ein Werk es ist: virtuos, lebendig, jubelnd!

Bei seinem ersten Auftritt in Beaune wird der italienische Dirigent Giulio Prandi seine leidenschaftliche Liebe zu dieser Musik an ein herausragendes Ensemble weitergeben. Ein großartiger Abend steht bevor.

 

Handlung

Der Titel der Oper bezieht sich auf die Olympischen Spiele der Antike, die hier als Rahmen für eine Dreiecks-Liebesgeschichte dienen. Licida bittet seinen Freund Megacle, unter seinem Namen am Wettkampf teilzunehmen. Dieser ahnt zunächst nicht, dass es sich bei dem Siegespreis um seine eigene Geliebte Aristea handelt. Die Handlung spielt bei den Feldern von Elis bei Olympia an den Ufern des Flusses Alfios. Die historischen Vorlagen gab Metastasio im „Argomento“ mit „Herod. Paus. Nat. Com. &c.“ an.

 

Erster Akt

Enges bewaldetes Tal, beschattet von großen Bäumen mit ineinander verschlungenen Ästen

Szene 1. Licida erzählt seinem Erzieher Aminta, dass Megacle an seiner Stelle im Wettkampf antreten soll, um Aristea zu gewinnen. Er fürchtet allerdings, dass dieser nicht rechtzeitig eintrifft.

Szene 2. Licidas Sorgen sind unbegründet: Megacle erscheint und erklärt sich ohne Umstände bereit, den Wunsch seines Freundes zu erfüllen (Arie Megacle: „Superbo di me stesso“).

Szene 3. Licida freut sich auf sein künftiges Glück (Arie Licida: „Quel destrier che all’albergo è vicino“).

Weites Land am Fuß eines Berges mit Hirtenhütten; rustikale Holzbrücken über den Fluss Alfios; in der Ferne die Stadt Olympia

Szene 4. Zusammen mit Nymphen und Hirten besingt die als Hirtin gekleidete Argene die Freuden des Landlebens (Chor/Argene: „O care selve“).

Szene 5. Aristea und ihr Vater kommen hinzu. Clistene nennt ihr voller Stolz die berühmten Namen der Wettkampfteilnehmer, darunter auch den kretischen Prinzen Licida. Argene erfährt so, dass ihr ehemaliger Geliebter sie aufgegeben hat. Als Aristea um einen Aufschub bittet, lehnt Clistene ab: Frauen sollten nicht darüber klagen, den Männern dienen zu müssen, da ihre Schönheit letztlich über die männliche Stärke siege (Arie Clistene: „Del destin non vi lagnate“).

Szene 6. Aristea bittet Argene, ihren Geliebten Megacle ausfindig zu machen. Er soll von ihrer unverbrüchlichen Treue zu ihm erfahren (Arie Aristea: „Tu di saper procura“).

Szene 7. Argene leidet unter dem Verrat Licidas (Arie Argene: „Più non si trovano“).

Szene 8. Megacle informiert Licida darüber, dass er sich unter dem Namen Licidas für die Spiele angemeldet hat. Erst jetzt teilt Licida ihm den Grund für die Aktion mit und nennt ihm den Namen Aristeas. Megacle hält seine Gefühle vorerst zurück, da er seine Kräfte für den Wettkampf schonen will. Während er sich ausruht, singt Licida ein beruhigendes Lied (Arie Licida: „Mentre dormi amor fomenti“).

Szene 9. Nachdem Licida gegangen ist, wird Megacle die Bedeutung seiner Aufgabe klar: Er muss seine eigene Geliebte einem Rivalen zuführen.

Szene 10. Aristea trifft auf den noch immer innerlich aufgewühlten Megacle. Sie ist froh, ihn zu sehen und nimmt an, dass er um sie kämpfen werde. Megacle bestätigt das und bekräftigt ihr seine unverbrüchliche Liebe und Treue. Er wagt es jedoch nicht, ihr die volle Wahrheit zu sagen (Duett Megacle/Aristea: „Ne’ giorni tuoi felici“).

Ballett der Nymphen, Satyrn und Hirten

 

Zweiter Akt

Szene 1. Aristea und Argene warten ungeduldig auf den Ausgang der Wettkämpfe, da Frauen nicht im Publikum zugelassen sind.

Szene 2. Alcandro berichtet den beiden Frauen vom Sieg Licidas. Der König warte bereits im Tempel auf Aristea. Dass sie diese Nachricht völlig freudlos aufnimmt und ihn barsch fortschickt, enttäuscht ihn sehr.

Szene 3. Aristea und Argene leiden zutiefst unter ihrem Kummer (Arie Aristea: „Grandi, è ver, son le tue pene“).

Szene 4. Nachdem Aristea gegangen ist, denkt Argene an Rache. Aminta ist überrascht, sie in Hirtenkleidung in Elis vorzufinden. Argene beklagt Licidas Treulosigkeit (Arie Argene: „Che non mi disse un dì“).

Szene 5. Aminta erkennt, dass die Liebe eine Torheit ist. Er vergleicht die Menschen mit Schiffen, die von ihren Gefühlen wie von Stürmen geplagt werden (Arie Aminta: „Siam navi all’onde algenti“).

Szene 6. Clistene präsentiert dem Volk den angeblichen Licida (in Wirklichkeit Megacle) als Sieger der Wettkämpfe (Chor: „Del forte Licida“). Megacle möchte eine Begegnung mit Aristea vermeiden. Daher erklärt er, dass er seinem Vater gerne selbst die Botschaft von seinem Sieg überbringen wolle. Sein Freund Egisto (der echte Licida) werde sich solange um Aristea kümmern und sie ihm später zuführen.

Szene 7. Megacles Versuch scheitert, denn Aristea kommt bereits. Sie ist freudig überrascht, als ihr Vater ihr Megacle als Sieger und Verlobten vorstellt (Arie Clistene: „So ch’è fanciullo Amore“).

Szene 8. Megacle bittet Licida, ihn eine Weile mit Aristea alleine zu lassen.

Szene 9. Megacle teilt Aristea endlich die Wahrheit mit: Da Licida ihm einst das Leben gerettet habe, könne er ihm seinen Wunsch nicht abschlagen. Er sei deshalb entschlossen, auf sie zu verzichten. Aristea fällt vor Entsetzen in Ohnmacht. Megacle ruft Licida zurück.

Szene 10. Megacle bittet Licida, sich um Aristea zu kümmern, wenn sie erwacht. Er solle ihr nur mitteilen, dass „der unglückliche Freund“ weinend abgereist sei (Arie Megacle: „Se cerca se dice“).

Szene 11. Als Aristea wieder zu sich kommt, macht sie Licida schwere Vorwürfe (Arie Aristea: „Tu me da me dividi“).

Szene 12. Während Licida Aristeas Zorn zu verstehen versucht, kommt Argene und wirft ihm vor, ihre Liebe verraten zu haben (Arie Argene: „No, la speranza“).

Szene 13. Licida ist verzweifelt. Er fürchtet, dass Argene den Betrug aufdecken wird. Zu allem Überfluss erscheint auch noch Aminta mit der Nachricht, dass sich Megacle im Fluss ertränkt hat.

Szene 14. Alcandro teilt Licida mit, dass ihn der König zur Strafe für seinen Schwindel des Landes verbannt hat.

Szene 15. Licida will nur noch sterben. Er fühlt sich, als hätte er tausend Furien in seiner Brust (Arie Licida: „Gemo in un punto, e fremo“).

Ballett der Jäger und Jägerinnen

 

Dritter Akt

Durch überwachsene Ruinen eines alten Hippodroms zweigeteilte Szene

Szene 1. Megacle wurde von Fischern gerettet, will aber noch immer sterben. Aminta versucht, ihn davon abzuhalten. Unbemerkt von ihnen hält Argene auf der anderen Seite der Bühne Aristea von demselben Ziel zurück. Die beiden Paare treffen überrascht aufeinander.

Szene 2. Alcandro berichtet den anderen, dass Licida nach einem Mordanschlag auf Clistene festgenommen wurde. Obwohl ihm die Todesstrafe drohe, versuche Licida nicht, sich zu verteidigen, sondern rufe nur nach seinem Freund Megacle. Megacle will sogleich erschüttert zu ihm eilen. Aristea weist ihn jedoch auf die Gefahr hin, die auch ihm vom König drohe. Sie will Megacle zuliebe selbst versuchen, ihren Vater zu besänftigen (Arie Aristea: „Caro son tua così“).

Szene 3. Obwohl Argene ihm rät, Licida seinem Schicksal zu überlassen, will ihm Megacle als wahrer Freund weiterhin beistehen (Arie Megacle: „Lo seguitai felice“).

Szene 4. Auch Argene und Aminta empfinden nun Mitleid mit Licida. Argene wäre sogar bereit, trotz seines Verrats ihr Leben für ihn zu geben (Arie Argene: „Fiamma ignota nell’alma mi scende“).

Szene 5. Aminta ist hin- und hergerissen. Als Licidas Erzieher ist er selbst in Gefahr. Er will diesen jedoch nicht alleine zurücklassen (Arie Aminta: „Son qual per mare ignoto“).

Vor dem großen Tempel des Olympischen Zeus

Vom Tempel führt eine lange und prächtige Treppe herab, die in mehrere Zwischenebenen unterteilt ist. Davor ein Platz mit einem brennenden Altar in der Mitte. Ringsherum ein Wald mit den heiligen Olivenbäumen, aus deren Zweigen die Kränze für die siegreichen Athleten hergestellt werden.

Szene 6. Nach der Volksmenge, seinen Wachen, dem weiß gekleideten und bekränzten Licida, Alcandro und den Priestern mit Opfergegenständen steigt auch Clistene die Tempelstufen herab. Er gestattet dem Verurteilten noch einen Wunsch. Licida bittet darum, ein letztes Mal seinen Freund Megacle umarmen zu dürfen. Clistene verspürt ein unerklärliches Gefühl des Mitleids für ihn (Arie Clistene: „Non so donde viene“).

Szene 7. Nachdem Megacle von den Wachen hereingeführt wurde, bittet Licida ihn, nach Kreta zu reisen, um seinem Vater in der Trauer beizustehen. Die beiden verabschieden sich voneinander, und Clistene beginnt mit der Opferzeremonie (Chor: „I tuoi strali terror de’ mortali“ – Accompagnato Clistene: „O’ degl’uomini padre e degli Dei“).

Szene 8. Da tritt Argene ein (noch immer als Schäferin Licori verkleidet) und unterbricht die Zeremonie mit dem Angebot, dass sie selbst freiwillig anstelle von Licida die Strafe auf sich nehmen wolle. Obwohl sie sich den Anwesenden als Licidas Verlobte Argene zu erkennen gibt, weigert sich Clistene, sie anzuhören.

Szene 9. Erst nachdem Aristea zugunsten Argenes interveniert, lässt Clistene sie ausreden. Argene zeigt ihm als Beweis für ihre Worte eine Perlenkette, die sie einst von Licida geschenkt bekommen hatte. Clistene und Alcandro erkennen diese Kette: Clistenes Sohn Filinto trug sie, als er ausgesetzt wurde. Licida bestätigt Argenes Aussage und ergänzt, dass er die Kette von seinem Begleiter Aminta bekommen hatte. Clistene lässt Aminta holen.

Szene 10. Aminta erzählt, dass er den Schmuck in der Nähe von Korinth von einem Unbekannten erhalten hatte. Daraufhin gesteht Alcandro, der damals den Befehl erhalten hatte, Filinto im Meer auszusetzen, das Kind aus Mitleid einem Fremden, Aminta, übergeben zu haben. Aminta erklärt, dass Licida dieses Kind war. Er habe es dem kretischen König übergeben, der es nach dem Tod seines Sohnes an dessen Stelle als Thronfolger aufzog. Somit ist Licida in Wahrheit Clistenes Sohn und Aristeas Bruder. Clistene wünscht sich nun eine Doppelhochzeit: Filinto sollte Argene heiraten und Megacle Aristea. Doch er kann Filinto nicht seine Strafe erlassen, nur weil er sein Sohn ist. Da fällt Megacle ein Ausweg ein: Clistene ist nicht König von Olympia, sondern von Sikyon, und sein Vorsitz über die Olympischen Spiele ist bereits vorbei. Daher solle nicht er das Urteil fällen, sondern das Volk. Dieses spricht Licida/Filinto frei, denn durch seinen Tod würde auch sein unschuldiger Vater bestraft werden (Chor: „Viva il figlio delinquente“).

Ballett der griechischen Damen aus Aristeas Gefolge und der olympischen Athleten.

 

Programm und Besetzung

Giovanni Battista Pergolesi

L’Olimpiade

Orchestra Ghislieri

Opera seria in drei Akten mit Libretto von Pietro Metastasio, uraufgeführt am Teatro Tordinona in Rom am 8. Januar 1735.

 

BESETZUNG

Anicio Zorzi Giustiniani, Clistene
Carlotta Colombo, Aristea
Silvia Frigato, Argene
Josè Maria Lo Monaco, Licida
Theodora Raftis, Megacle
Matteo Straffi, Aminta
Francesca Ascioti, Alcandro

Orchestra Ghislieri
Giulio Prandi, Dirigent

2 Std. 45 Min. mit einer Pause
Auf Italienisch, mit französischen Übertiteln

Internationales Barockopernfestival Beaune

Das Internationale Barockopernfestival von Beaune, gegründet 1983, ist ein führendes europäisches Ereignis für Barock- und romantische Oper. Jährlich im Juli in Beaune, Burgund, präsentiert das Festival Meisterwerke von Komponisten wie Händel, Rameau und Monteverdi, aufgeführt mit historischen Instrumenten in historischen Stätten wie den Hospices Civils und der Basilika Notre-Dame. Bekannt für sein Engagement für Authentizität und Exzellenz, ist das Festival ein Muss für Liebhaber klassischer Musik weltweit.

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