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Boris Godunow

VenueTeatro Regio di Parma
CalendarFr. 22 Jan. 2027 - Sa. 30 Jan. 2027
Inhalt / Details

Inhalt

Prolog

Erstes Bild

Das Werk beginnt mit einer viermal wiederholten viereinhalbtaktigen Melodie in Form einer schlichten russischen Volksweise. Sie umfasst mit einer Septime einen relativ kleinen Tonumfang und wirkt durch ihre engen Intervalle (größtes Intervall ist eine Quarte) und den Mollcharakter „slawisch“ und etwas bedrückt.[3] Sie wird zuerst unisono von Fagott und Englisch Horn, dann von Klarinette und Horn mit einer Pizzicato-Streicherbegleitung in Achteln und schließlich im Bass in der Quinte zu Sechzehntelfiguren der Oboe präsentiert. Mit der letzten Wiederholung gewinnt die nun im Bass liegende oktavierte und voller orchestrierte Melodie einen zunehmend bedrohlichen Charakter.

Sieben Takte leiten zum Beginn der Handlung über. Hier erscheint zuerst folgendes in der Forschung als „Unterdrückungs/Gewalt-Motiv“ bezeichnete und im Verlauf des Werkes wiederholt auftretende motorische Motiv.[4]

Der Vogt Nikitsch nötigt in Form eines durch die Streicher im Tremolo Vibrato begleiteten Rezitativs die sich vor dem Kloster aufhaltende Menge, Bittgesänge anzustimmen, um den unentschlossenen Boris dazu zu bewegen, die Zarenkrone anzunehmen. Das Volk beginnt – wie so oft im Werk – mit einem nicht ganz freiwilligen Lobpreis auf den zukünftigen Zaren.[5] Die Aufforderung Nikitschs wird von einem abwechselnd unisono und vierstimmig agierenden Chor im Stil russischer Volksmusik, inklusive Einwürfen einzelner Personen des Volkes, beantwortet.[6] Durch die Verwendung von Kirchentonarten, den vermehrten Einsatz von Chromatik sowie die realistische Darstellung des Volkes und seiner Reaktionen fällt der Chor aus dem zeitgenössischen Rahmen damals in Russland beliebter ausländischer Opern (z. B. Giuseppe Verdis), aber auch der Romantik eines Tschaikowski oder Rubinstein und verweist bereits auf spätere Entwicklungen wie den Naturalismus oder Verismus.[7] Der Sekretär der Duma, Schtschelkalow, fordert die Menge in einem melodiösen Rezitativ erneut auf, Boris zu unterstützen und für ihn zu beten. Ihm antwortet ein primär mit Streichern instrumentierter, weicher „Chor der Pilger“, der sich im weiteren Verlauf zu einer voll orchestrierten Hymne steigert. Das dem Volk abverlangte obrigkeitsorientierte Staatsverständnis spiegelt dabei folgender Textausschnitt:

„Tritt entzwei den Drachen, der wild uns bedrängt mit abertausend giftigen Krallen. Jenen Drachen, der da heißet: Aufruhr und Empörergeist. Kündet es der gläub’gen Christenheit, ihr zum ew’gen Heil!“

Zweites Bild

Boris gibt sich demütig, um den Eindruck zu vermeiden, dass er selbst nach der Krone strebe. Schließlich akzeptiert er und betritt unter dem Jubel des Volks die Kathedrale, um an den Zaren-Gräbern zu beten. Er verspricht, gerecht zu herrschen.

 

Erster Akt

Erstes Bild

Im Kloster Tschudow sitzt der Mönch Pimen über der Chronik Russlands, die er schreibt. Er bittet den jungen Grigorij, das letzte Kapitel für ihn zu vollenden, da er sich selbst zu müde und schwach fühlt. In diesem letzten Kapitel wird es um die Geschehnisse um den jungen Zarewitsch gehen, der auf Betreiben Boris Godunows ermordet wurde. Er wäre jetzt so alt wie der Mönch Grigorij. Dieser zeigt sich von der Geschichte sehr angetan.

Zweites Bild

In einer Gastwirtschaft an der Grenze zu Litauen kehrt Grigorij zusammen mit zwei entlaufenen Mönchen, denen er sich angeschlossen hat, ein. Von der Wirtin versucht er den Weg über die Grenze zu erfahren. Die auftauchende Wache zeigt einen Steckbrief vor, in dem nach dem aus dem Moskauer Kloster entlaufenen Mönch gefahndet wird. Da der Soldat jedoch nicht lesen kann, erhält Grigorij die Gelegenheit, den Verdacht auf einen seiner beiden Begleiter zu lenken. Dieser jedoch entziffert die wahren Angaben des Steckbriefs und Grigorij rettet sich mit einem Sprung aus dem Fenster.

 

Zweiter Akt

Erstes Bild

Saal im Kreml. Die Tochter Boris’, Xenia, trauert um ihren verstorbenen Verlobten. Ihr Bruder studiert die Landkarte des großen russischen Reiches. Amme und Feodor suchen Xenia durch ein munteres Lied zu erheitern. Nach Eintreten des Vaters weist dieser seinen Sohn Feodor auf das schwere Amt des Herrschers hin. Das Familienidyll wird aufgelöst durch das Erscheinen Schuiskijs, den Boris konspirativer Tätigkeit verdächtigt. Schuiskij berichtet von einem Usurpator, der sich in Polen als rechtmäßiger Zar Dmitri ausgebe und starken Anhang gefunden habe. Schuiskij muss durch die verunsicherte Nachfrage Boris beteuern, dass der Zarewitsch den sicheren Tod gefunden habe, da er selbst seine Leiche in der Kathedrale von Uglitsch gesehen habe. Boris bleibt, gequält von Gewissensbissen, im Zimmer zurück. Ihm erscheint die Vision des ermordeten Knaben und er sinkt zusammen.

 

Dritter Akt

Erstes Bild

Im Schlosse von Sandomir in Polen träumt Marina Mnischek, egoistische Tochter des Wojwoden von Sandomir, als künftige Zarin Einzug in Moskau zu halten. Den fremden Abenteurer, der sich für den Zarewitsch Dmitri ausgibt, will sie sich zu Nutze machen. Der Jesuit Rangoni unterstützt Marina in diesem Ansinnen, da das hohe Ziel der Kirche durch eine Heirat der Katholikin mit Dmitrij erreicht würde.

Zweites Bild

Rangoni überbringt dem im Schlossgarten wartenden Dmitri die Kunde von Marinas Liebe zu ihm und bittet den Zarewitsch, ihn als Berater begleiten zu dürfen. Als Marina, umschwärmt von einem Haufen Magnaten, Dmitri gegenübertritt, fühlt dieser Eifersucht aufsteigen. Marina, die bald darauf allein zurückkehrt, versichert ihm jedoch, ihm angehören zu wollen, so er ihr die Zarenkrone verschaffe.

 

Vierter Akt

Erstes Bild

Im Kreml beraten die Bojaren über Maßnahmen gegen den Usurpator. Schuiskij berichtet vom schlechten Gesundheitszustand des Zaren, der jedoch zur Ratsversammlung erscheint – ein Schatten seiner selbst. Pimen tritt ein und berichtet vom Wunder des Blinden, dem der ermordete Knabe im Dom zu Uglitsch erschienen sei und der darauf sein Augenlicht wiedergewann. Boris Godunow bricht darauf zusammen, verlangt das Büßergewand, übergibt die Krone an seinen herbeigerufenen Sohn Feodor und stirbt.

Zweites Bild

Wald bei Kromy. Die erregte Menge schleppt den Bojaren Chruschtschow herbei, um ihn zu verhöhnen. Ein Schwachsinniger (Gottesnarr) wird von Knaben geneckt und beraubt. Die beiden entlaufenen Mönche aus der Schenke treten auf und singen, um Stimmung für den Zarewitsch Dmitri zu machen. Zwei Jesuiten schließen sich ihnen an, erregen jedoch das Missfallen der Menge, sodass Dmitri dazwischentreten muss, damit sie nicht gelyncht werden. Der Usurpator verheißt allen von Boris Godunow Verfolgten Beistand. Die Menge bricht in Jubel aus, nur der Schwachsinnige (Narr) klagt: „Wehe dir, du armes Volk!“

  • - Wo befindet sich das Teatro Regio di Parma?
    • Das Teatro Regio di Parma befindet sich im historischen Zentrum von Parma, Italien, einer Stadt, die für ihr reiches musikalisches Erbe und ihre Operntradition bekannt ist. Die Adresse lautet Str. Giuseppe Garibaldi, 16/A, 43121 Parma, Italien.
  • - Wie früh sollte ich vor der Vorstellung eintreffen?
    • Wir empfehlen, mindestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung einzutreffen. So haben Sie genügend Zeit, den Eingang zu finden, Ihr Ticket bereitzuhalten, bei Bedarf die Garderobe zu nutzen und Ihren Sitzplatz zu finden. Planen Sie zusätzliche Zeit ein, wenn Sie mit dem Veranstaltungsort nicht vertraut sind.
  • - Welche Kleiderordnung gilt im Teatro Regio di Parma?
    • Wir empfehlen elegante Freizeitkleidung (Smart Casual). Für Opernaufführungen am Abend oder besondere Veranstaltungen können sich Gäste auch formeller kleiden. Abendgarderobe ist in der Regel nicht erforderlich. Wir empfehlen jedoch, auf Strandkleidung, Sportkleidung und allzu legere Kleidung zu verzichten.
  • - Gibt es eine Garderobe im Teatro Regio di Parma?
    • Ja. Das Theater verfügt über eine Garderobe, in der Besucher Mäntel, Regenschirme, Hüte und Taschen abgeben können. Die Verfügbarkeit und mögliche Einschränkungen können von der jeweiligen Vorstellung abhängen.
  • - Ist das Teatro Regio di Parma für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich?
    • Das Theater bietet rollstuhlgerechte Wege und ausgewiesene Plätze für Rollstuhlfahrer. Barrierefreie Sitzplätze sollten im Voraus organisiert werden. Kontaktieren Sie uns direkt, um sicherzustellen, dass geeignete Plätze verfügbar sind.
  • - Sind Fotografieren und Videoaufnahmen während der Vorstellungen erlaubt?
    • Fotografieren sowie Ton- und Videoaufnahmen sind während der Vorstellungen nicht gestattet. Bitte schalten Sie Ihr Mobiltelefon und alle Wecker aus, bevor die Vorstellung beginnt.
Besetzung

Musik von Modest Petrowitsch Mussorgski Populäres Musikdrama in vier Teilen (Fassung von 1869 mit Einfügungen aus der Fassung von 1874) Libretto von Modest Petrowitsch Mussorgski SCHOTT MUSIC, Originalverlag SZ SUGAR – CREAZIONI ARTISTICHE MUSICALI CAM SRL, Vertretung für Italien Uraufführung am 27. Januar 1874 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg

 

Regie: James Conlon Bühnenbild: Leo Muscato Bühnenbild: Federica Parolini Kostüme: Silvia Aymonino Lichtdesign: Alessandro Verazzi

ARTURO TOSCANINI PHILHARMONIC CHOR DES TEATRO REGIO DI PARMA Chorleitung: Martino Faggiani

Neuproduktion des Teatro Regio di Parma

Aufführung mit italienischen Übertiteln

 

Besetzung

Boris Godunow: Giorgi Manoshvili

Fjodor: Ana Victoria Pitts

Xenia: Ekaterina Savinkova

Xenias Amme / Wirtin der Herberge: Enkelejda Shkosa

Wassili Schuiski: Kirill Belov

Andrei Schtschelkalow: Vladislav Chizhov

Pimen: Dmitry Ulyanov

Grigori Otrepjew: Denys Pivnitsky

Warlaam: Ilya Kazakov

Missail: Francesco Pittari

Der Gottesnarr: Leonardo Cortellazzi

Wache: Stavros Mantis

Veranstaltungsort
Teatro Regio di Parma

Das Teatro Regio di Parma, ursprünglich als Nuovo Teatro Ducale (Neues Herzogliches Theater) erbaut, ist ein Opernhaus und eine Operngesellschaft in Parma, Italien.

Als Ersatz für ein veraltetes Opernhaus erlangte das neue Ducale in den Jahren nach 1829 große Bedeutung, insbesondere nachdem der Komponist Giuseppe Verdi, der in der Nähe von Busseto, etwa dreißig Kilometer entfernt, geboren wurde, berühmt geworden war. Ebenfalls weithin bekannt in Parma war der Dirigent Arturo Toscanini, der 1867 dort geboren wurde.

Wie Lee Marshall feststellte: „Obwohl das Teatro Regio der Stadt nicht so bekannt ist wie die Mailänder Scala oder das venezianische Teatro La Fenice, gilt es unter Opernliebhabern als eines der wahren Zentren der großen italienischen Tradition, und das sachkundige Publikum ist dafür bekannt, seine Zustimmung oder Ablehnung lautstark zum Ausdruck zu bringen – nicht nur von der Galerie aus.“

Der Zuschauerraum mit 1.400 Sitzplätzen, vier Rängen mit Logen und einer darüberliegenden Galerie, wurde am 16. Mai 1829 eröffnet. Zur Eröffnung fand die Uraufführung von Vincenzo Bellinis Oper Zaira statt. Die Inszenierung wurde anschließend noch siebenmal aufgeführt, erfreute sich beim Publikum in Parma jedoch keiner großen Beliebtheit. Ursprünglich war Rossini eingeladen worden, ein Werk zur Eröffnung des Hauses zu komponieren, doch da er zu beschäftigt war, fiel diese Aufgabe Bellini zu. In der ersten Spielzeit wurden jedoch drei Opern von Rossini aufgeführt, darunter Moïse et Pharaon, Semiramide und Il barbiere di Siviglia.

Heute bringt das Opernhaus pro Spielzeit von Mitte Januar bis April etwa vier Opern auf die Bühne. Seit 2003 veranstaltet es außerdem jedes Jahr im Oktober ein Verdi-Festival.

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